Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail


Unbezahlte Arbeit
ist für unsere Gesellschaft unentbehrlich.

In der Schweiz wird jährlich Gratisarbeit im Wert von 172 Milliarden geleistet.

Rund acht Milliarden Stunden sind im Jahr 2000 von der über 15-jährigen Bevölkerung unbezahlt gearbeitet worden. Für bezahlte Arbeit wurden dagegen nur 6.7 Milliarden Stunden aufgewendet. Im Gesamtdurchschnitt wenden Frauen mit 31 Stunden pro Woche beinahe doppelt so viel Zeit für Haus- und Familienarbeit auf wie Männer (17 Stunden).

Die Arbeit einer Tagesmutter gilt laut einem Entscheid des Eidgenössischen Versicherungsgerichtes rechtlich nicht als Heimarbeit, weil sie kein Erzeugnis herstellt, das der Arbeitgeber weiter wirtschaftlich verwenden oder verwerten kann. Das Urteil hat zur Folge, dass Tagesmütter erst ab einem Monatsverdienst von 500 Franken gegen Erwerbslosigkeit versichert sind… Zeitschrift “Frauen Sicht“, Mai 2006, Seite 9

 

Am meisten unbezahlte Arbeit wird in Familienhaushalten mit Kindern unter 15 Jahren geleistet, wo Frauen rund 54 Stunden pro Woche investieren und Männer 24 Stunden. Die Hausarbeiten machen mit sechs Milliarden Stunden drei Viertel des Gesamtvolumens an unbezahlter Arbeit aus. Für diese volkswirtschaftliche Leistung erhalten die Frauen jedoch keinen Lohn, sondern sie “bezahlen“ ihren Einsatz mit weniger qualifizierter und schlechter entlöhnter Teilzeitarbeit sowie mit geringeren Entwicklungschancen im Beruf und schlechteren Bedingungen bei der Altersvorsorge.
“Auf dem Weg zur Gleichstellung?“, Bundesamt für Statistik, 2004


In Bali besteht neben der Indonesischen Rupia seit 1000 Jahren ein Währungssystem, welches Öffentlichkeitsarbeit, die für religiöse Feierlichkeiten und andere Aufgaben geleistet wird, entlöhnt.


Kinder, alte Menschen, Kultur und Wissen werfen meist keinen materiellen Ertrag ab. Das ist der Grund warum heute niemand mehr in sie investieren kann und will. Wenn uns das bewusst wird, sehen wir ein, dass die Gleichstellung von Mann und Frau zwar angestrebt wird, aber nicht erreicht werden kann, solange wir die notwendigen Veränderungen nicht an der Wurzel anpacken. Es liegt weder an den Politikern noch an der Wirtschaft, sondern an unserem Zinssystem, welches die angestrebten Veränderungen auf allen Ebenen verhindert. Ein System kann man ändern. Nicht von ungefähr ist im Islam noch heute und war im frühen Christentum das Nehmen von Zinsen verboten.


[ zum Seitenanfang]