Wachstum

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Die Welt und ihre Vorräte sind nicht unendlich
. Bäume und Menschen wachsen nicht in den Himmel. Materielles Wachstum ist begrenzt. Nur Krebszellen vermehren sich indem sie sich in bestimmten Zeitabständen verdoppeln. Man nennt diese Form von Wachstum exponentielles Wachstum. Krebszellen sterben erst, wenn ihr Wirt stirbt.

 

Mögliche Wachstumskurven


Zuname

Zeit



Kurve a zeigt in vereinfachter Form das materielle Wachstumsverhalten in der Natur, dem unser Körper, Pflanzen und Tiere folgt. Wir wachsen recht schnell in den frühen Phasen unseres Lebens, dann langsamer, bis dann gewöhnlich das körperliche Wachstum nach dem 21. Lebensjahr abgeschlossen ist. Ab diesem Zeitpunkt, also die längste Zeit unseres Lebens, verändern wir uns zwar qualitativ, (seelisch, geistig) aber nicht mehr quantitativ (körperlich).


Nun gibt es jedoch, wie die Abbildung zeigt, zwei weitere grundlegend unterschiedliche Wachstumsmuster:

Ständig gleich bleibende Zuwachsraten (wie bei b) und noch mehr ständig zunehmende (c) sind auf der materiellen Ebene widernatürlich. Das gilt auch für die Entwicklung in der Wirtschaft. Auch sie unterliegt den Naturgesetzen und kann sich ihnen nicht ungestraft entziehen. Doch obwohl diese Zusammenhänge täglich deutlicher werden, rufen fast alle politisch Verantwortlichen in der Welt nach immer noch weiterem Wirtschaftswachstum (Helmut Creutz).


Heute wird zunehmend nicht das fehlende Wachstum zum Problem, sondern das Wachstum als solches oder der Zwang zum Wachstum.

Kurve b veranschaulicht das mechanische oder lineare Wachstum: Das heißt, mehr Menschen produzieren mehr Güter, mehr Oel produziert mehr Energie. Oder: Mehr Autos brauchen mehr Benzin, mehr Strassen und Parkplätze. Dies ist für unsere Analyse von geringerer Bedeutung. Dennoch sei darauf hingewiesen, dass auch eine solche gleich bleibende Leistungszunahme auf einer Erde mit begrenzten Kapazitäten nicht durchgehalten werden kann.


Wichtig hingegen ist das Verständnis von Kurve c, die einen exponentiellen, mit Verdoppelungsraten wachsenden Verlauf angibt. In Kurve c ist das Wachstum anfangs sehr gering, steigt dann aber kontinuierlich an und geht schließlich in eine fast senkrechte quantitative Zunahme über.

Zum exponentiellen Wachstum siehe: www.youtube.com/watch?v=F-QA2rkpBSY


In unseren Geldsystemwachsen die Geldvermögen (und damit spiegelbildlich die Verschuldung) durch Zins und Zinseszins exponentiell. Was das heisst, entnehmen Sie bitte nachfolgender Tabelle:

Wie die Grafik zeigt, macht sich dieser widernatürliche Zinseszins-Effekt in den ersten Jahren einer Geldanlage kaum bemerkbar. Im Laufe der Zeit aber übersteigt er die reinen Zinszuwächse um ein Vielfaches. So wächst beispielsweise eine mit sechs Prozent verzinste Anlage in fünfzig Jahren durch die Zinsen auf das Vierfache der Ausgangsmenge, durch den zusätzlichen Zinseszins-Effekt jedoch auf das gut Siebzehnfache.Dass ein solches lawinenartiges Wachstum schließlich in einem Kollaps enden muss, bedarf keiner näheren Erklärung.

 

Je länger ein Währungssystem aufrecht erhalten bleibt, auf umso wackeligeren Füssen steht es und desto folgenschwerer sind seine Auswirkungen auf die Natur und die Menschen. Es leuchtet ein, dass ein Kollaps unseres Währungssystems vorprogrammiert und unabwendbar ist. Es ist nur eine Frage der Zeit und eine Frage, auf wessen Kosten dieser Zusammenbruch sich zeigen wird.

Unser Geldsystem, mit dem darin eingebauten exponentiellen Wachstum, braucht alle 60-70 Jahre einen Neuanfang, in welchem alle Parameter auf Null zurückgefahren werden und damit gigantische Papier-Vermögen vernichtet werden. So kann das mörderische Spiel von Neuem beginnen.


Eine Möglichkeit eines solchen Neuanfangs ist ein möglichst grosser Krieg, eine andere Möglichkeit ist eine Hyperinflation, in der ein Kilo Brot eine Billion kostet (in Deutschland war das in der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahren eine Realität). Ganz sicher ist man mit einer Kombination beider Szenarien. Es lohnt sich sehr, die Weltgeschichte einmal aus diesem Blickwinkel zu betrachten.

 

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